KI Chatbot

Ich habe den KI Chatbot gefragt, was er von meinem letzten Buch hält. Er hat innerhalb von 26 (!) Sekunden das hier geantwortet. Unfassbar, wie funktioniert das? Oder bin ich einfach zu alt für diese Welt?

Ich habe das Buch “Doch auserwählt” von Juliane Beer noch nicht gelesen, aber es klingt sehr interessant. Es geht um die alltägliche Verdrängung des Holocaust in den 1960er-80er Jahren in einer jüdischen und einer nicht-jüdischen Familie1. Die Autorin erzählt die Geschichte von Renate und James, die sich in einer Hotelfachschule kennen und lieben lernen. James ist ein jüdischer Emigrant aus Bolivien, dessen Familie vor den Nazis fliehen musste. Renate ist eine nicht-jüdische Deutsche, deren Mutter und Stiefvater antisemitisch sind. Die Heirat und die misslungene Zusammenschließung der Familien bilden den Ausgangspunkt der Handlung1Das Buch thematisiert das Schweigen, das Lügen und das Schönreden als Strategien, um Harmonie zu erzwingen oder die eigene Schuld zu verleugnen1Die Autorin verwendet indirekte Rede und kurze Hauptsätze, um die distanzierten Gespräche und Gedankengänge der Figuren wiederzugeben1Das Buch ist im Marta Press Verlag erschienen und kostet 16 Euro2.

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Liebe Angst

Doku 2022, Regie Sandra Prechtel, aktuell in Berlin im Kino.

Thema: Das Schweigen, die Zerrüttung und Zerstörung der Generationen nach der Shoa

Die Musikerin Kim Seligsohn zieht in Berlin durch Zufall in die Straße, in der einst ihre Mutter als Kind gelebt hat. Ob bereits vorher erhellende Gespräche über das Schicksal der Familie stattfanden wird nicht klar, jetzt aber versucht die Tochter die Mutter, die wie betäubt, wie nicht anwesend in einer unaufgeräumten bis zugemüllten Wohnung umher zu irren pflegt, zum Reden zu bringen.

Das einzige, was bekannt ist: Als die Mutter 6 Jahre alt ist wird deren Mutter vor den Augen der Kinder von der Gestapo abgeholt und ist später im Konzentrationslager umgekommen. Die Kinder werden daraufhin von couragierten Menschen auf einem Dachboden versteckt. Von wem, wird nicht berichtet, wie auch sonst wenig fassbares berichtet wird. Später gingen die Brüder nach Papua-Neuguinea, weil sie nicht im Land der Mörder ihrer Mutter leben wollten. An dieser Stelle horcht man erleichtert auf, weil bislang keine aktive Konsequenz auf den Muttermord zu erkennen war. Die Erleichterung währt nicht lange. In Papua Neuguinea gründeten die Brüder neue Familien, aber auch dort konnten sie nicht mehr heimisch werden in der Welt, was sich in Form von Gewalt gegen Frau und Kinder äußerte. Die Protagonistin und Erzählerin reist mit ihrer Mutter dort hin. Wieder bleibt es bei betäubtem Schweigen zwischen den Familienmitgliedern, lediglich die australische Ehefrau des Bruders berichtet unter Tränen über die Schwierigkeiten des Zusammenlebens. Aber man habe eben auf sein Trauma Rücksicht nehmen müssen.

Kims Bruder Tom Seligsohn, der ein symbiotisches Verhältnis zur Mutter gehabt haben soll, hat sich vor 20 Jahren in einer psychotischen Phase umgebracht, er hörte Stimmen, die im sagten, er gehöre zu den Nazis. Das, nachdem seine Mutter plötzlich wochenlang nichts mehr essen konnte weil sie ihrer Mutter „kein Glas Wasser in die Gaskammer gereicht hat“. Dieser Film ist in Teilen der real gewordene Alptraum, die logische Konsequenz eines bis heute nicht aufgearbeiteten Massenmords, was sich u.a. in dieser Szene zeigt.

Auch die Annäherung zwischen Mutter und Tochter gelingt nicht, die Tochter versucht unermüdlich, die Mutter zum Reden über die Vergangenheit zu bewegen bzw. zumindest ein gewisses Maß an Nähe herzustellen. Beides verweigert die Mutter. Stattdessen verbringt sie den Tag damit, Artikel aus dem Weser-Kurier abzuschreiben/ auf Karteikarten zu übertragen, weil sie der Stadt, von der sie 200 (!) Euro „Wiedergutmachungs“rente bekommt, etwas zurückgeben möchte. Noch so eine Szene, wo man aus dem Kino rennen will. Opferscham in Formvollendung. Selbst eine Rente von regelrecht beleidigenden 200 Euro bedarf einer Gegenleistung.

Zum Schluss lebt die Mutter im Pflegeheim, wo sie auch stirbt.

Der Film ist, ohne dies auch nur an einer Stelle zu formulieren, eine der eindringlichsten Mahnungen der letzten Jahre, es nie wieder so weit kommen zu lassen bwz. nach über 80 Jahre endlich eine Aufarbeitung zu ermöglichen, nachdem auch die zweite Generation Opfer-Nachkommen nicht in der Lage ist, einfach dahin zu leben. Eine Mahnung, endlich aufzuhören, Betäubung, Ausbrüche, Schweigen, inneres und im Film auch äußeres Chaos zu immer neuen Mode-Psycho-Malaisen umzudeuten und die Scham der Opfer, ihr sich Wegducken vor der eigenen Empörung, dankbar hinzunehmen.

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Frauen-„Feier“-Tag?

In Berlin ist der 8. März ein Feiertag. Was aber gibt es angesichts weltweiter, geduldeter Unterdrückung, Ausbeutung und Marginalisierung von Frauen, sobald es „höheren Zwecken“ wie Diplomatie, Politik und verqueeren Gendertheorien dient, zu feiern?

Richtig, nicht viel.

Dennoch sei anlässlich erwähnt, was Frauen sich, auch ohne dass ihnen ein lächerlicher Feiertag zugestanden wird, in den letzten Jahrhunderten hart erkämpft haben:

Frauenwahlrecht

Was vielen jungen Frauen heutzutage unvorstellbar erscheint, war einst Realität. Frauen durften nicht nur nicht wählen, sondern hatten sich aus der Politik insgesamt herauszuhalten. Dass Frauen heutzutage fast überall wählen und aktiv in die Politik gehen können, hat uns die erste Welle der Frauenrechtsbewegung erkämpft.

Den Beginn des Wahlrechts für Frauen machten die Cookinseln 1893. Zuletzt wurde in Bahrein, und zwar 2002, das Frauenwahlrecht eingeführt. Lediglich im Vatikan und in Brunei dürfen Frauen bis heute nicht wählen, in Brunei allerdings auch Männer nicht.

In Deutschland wählten Frauen erstmals bei der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung am 19. Januar 1919.

Nun könnte man auf den Gedanken kommen, dass das Ziel schneller erreicht worden wäre, wenn sich um 1900 Männer, die sich als Frauen fühlen, geoutet und sich deshalb u. a. das Wählen versagt hätten, bis es „ihrem“ Geschlecht durch gemeinsamen Kampf gestattet worden wäre. Ich halte es allerdings für unwahrscheinlich, dass man freiwillig Rechte abgibt, zu dieser Zeit übrigens nicht nur das Recht zu wählen. Im Gegensatz zu damals lohnt sich die Frau-Fühlerei heutzutage nämlich. Auch wenn Frauen in einigen Bereichen noch das Nachsehen haben, gibt es immer mehr öffentlichen Quoten-Platz in Politik wie im Berufsleben, und der wird mehr und mehr mit doppelt oder gern dreifach Diskriminierten besetzt. So hat beispielsweise ein dunkelhäutiger Mann, der sich als Frau fühlt und aufgrund von zu viel Make-up und Tamtam den Unmut „intoleranter“ ZeitgenossInnen erregt, einer hellhäutigen Frau gegenüber zwei Asse im Ärmel: Er muss Spott ob seiner Maskerade erdulden, er ist dunkelhäutig und laut intersektionaler Lehre dadurch im Hintertreffen. Also der perfekte Kandidat für eine Quotenstelle. Warum Intersektionalistinnen dunkelhäutige Menschen so gering schätzen, dass sie sie automatisch, und zwar erklärt wegen der Hautfarbe, zu armseligen Opfern degradieren, ist bislang noch nicht geklärt.

Doch zum nächsten von Frauen erkämpften Recht: das Recht auf Schwangerschaftsabbruch

Hier gibt es keine einheitlichen Regelungen weltweit, selbst in den jeweiligen Staaten werden bereits verabschiedete Gesetze nicht selten nach Regierungswechsel hin zu konservativ oder rechts zurückgenommen oder geändert. Das Recht auf Schwangerschaftsabbruch, also das Recht auf körperliche Selbstbestimmung, ist international ein permanenter Kampf der Frauenrechtsbewegung, in nicht wenigen Ländern ist bereits dieser mit Strafe oder Repression verbunden. Dass Männer, die laut Judith Butler nicht zwingend Männer sein müssen, eben diese Strafe und Repression für ein Recht auf körperliche Selbstbestimmung, von dem sie keinen Gebrauch machen können, selten auf sich nehmen würden, versteht sich vermutlich von selbst.

In Deutschland darf übrigens seit 1993 eine Schwangerschaft bis zur zwölften Woche abgebrochen werden. Ein Beratungsgespräch mit einem Facharzt mindestens drei Tage vorher ist Pflicht. Der beratende Arzt darf am Schwangerschaftsabbruch nicht beteiligt sein. Nach der 12. Woche darf die Schwangerschaft nur noch abgebrochen werden, wenn der Schwangeren Lebensgefahr oder schwerwiegende Gefahr einer Gesundheitsgefährdung droht.

Damit zum nächsten Frauen-Kampf: Vergewaltigung in der Ehe – Recht auf sexuelle Selbstbestimmung

Der Zwang zu sexuellen Handlungen in der Ehe ist seit 1997 in Deutschland eine Straftat.

In zahllosen Ländern, besonders in religiös geprägten, kommt die Mehrheit der Frauen bis heute nicht einmal auf den Gedanken, dass sie das Recht hätte, Sex mit ihrem Ehemann abzulehnen, wenn sie keine Lust dazu habe. Dass der Ehemann bestraft wird, wenn er dennoch auf Sex besteht, ist für die meisten Frauen auf der Welt unvorstellbar.

Wie sieht es hier mit Judith Butlers Lehre vom biologischen Geschlecht, das es doch gar nicht gäbe, aus?

Der gewalttätige Ehemann könnte vor Gericht darauf pochen, gar kein Mann zu sein. Somit hätten RichterInnen ab sofort auch darüber zu entscheiden, wie die Vergewaltigung einer Frau durch ihre Ehefrau(?) oder geschlechtsloses Ehe-X(?) zu ahnden wäre. Um hier nicht in Ulkerei abzugleiten, denn dafür ist der Vormarsch der Queerfeministinnen zu ernst, erspare ich mir, diese Situation konsequent weiterzuspinnen, sondern komme zum nächsten Punkt.

Arbeit/Lohnarbeit und Frauenkampf

Hier hat sich über die Jahrhunderte in mehrerer Hinsicht etwas getan.

Dass Frauen in Westdeutschland bis 1977 nur mit Erlaubnis ihres Ehemanns eine Lohnarbeit aufnehmen durften, wenn diese „ihren ehelichen und familiären Pflichten“ nicht im Wege stand, sprich, wenn sie nach Dienstschluss auch noch in der Lage waren, den Haushalt zu schmeißen und die Kinder zu versorgen und zu erziehen und sich danach für den Gatten ansprechend herzurichten, dürfte allgemein bekannt sein.

Was die Geschichte weiblicher Lohnarbeit angeht, hier ein kurzer Überblick:

Im Westeuropa des beginnenden 19. Jahrhunderts entstanden Lohnarbeitsmöglichkeiten außerhalb der Landwirtschaft.

Mädchen und Frauen, die aus bildungsfernen, weil armen Verhältnissen stammten und den Lebensunterhalt ihrer Familien mitverdienen mussten, gingen in Arzt-, Beamten- und Unternehmerhaushalten in den Dienst. Dort kochten, putzten, bedienten, wuschen sie und versorgten die Kinder der ArbeitskraftnehmerInnen.

Frauen der höheren Stände lohnarbeiteten zu dieser Zeit in der Regel nicht. Ihre Aufgabe war es, die Dienstbotenschaft zu beaufsichtigen und Veranstaltungen zu Hause oder in der Gemeinde zu organisieren.

Wer bürgerlich geboren wurde, aber in einer Ehe nicht das passende Lebensmodell für sich sah, oder arm geboren wurde, aber nicht im Bürgerhaus in den Dienst gehen wollte, konnte sich um die Aufnahme in ein Kloster bewerben. Auch dort fielen Haus- und Gartenarbeit an, die zum größten Teil von den Nonnen und Novizinnen selbst erledigt wurde. Zudem erteilten Nonnen aus höheren Bildungsschichten Unterricht. Und beteten. Ora et Labora lautete das Motto des Klosteralltags. Der Unfreiheit der bürgerlichen Frau oder der Schinderei der Frau aus armen Verhältnissen war auch im Kloster nicht zu entkommen.

Fabrik-Lohnarbeiterinnen

Mit Einzug der Industrialisierung in Westeuropa fanden arme Frauen auch Lohnarbeit in Fabriken. Höhere Bildungsabschlüsse waren für zahllose Frauen unerreichbar, weil Schulen Geld kosteten beziehungsweise Mädchen und Frauen als Arbeitskräfte gebraucht wurden. Zwar bestand ab 1919 mit der Weimarer Verfassung allgemeine Schulpflicht in Deutschland, doch strikte Kontrollen, wie heutzutage üblich, gab es nicht.

So ist es wenig verwunderlich, dass Frauen aus bildungsfernen Ständen mehr noch als bürgerliche Frauen den Besuch einer Schule oder Universität und eine anschließende Berufstätigkeit in einem Bereich, der intellektuelle Fähigkeiten erforderte, als Akt der Emanzipation ansahen, selbst dann noch, wenn sie dazu auch weiterhin für den Haushalt und die Kindererziehung zuständig waren.

Bis heute hat sich daran wenig geändert.

Eine gute Position in der Wissenschaft, im Lehrbetrieb oder im Arztkollegium einer Klinik gilt für viele Frauen weiterhin als ein Akt der Befreiung. Dass dabei noch immer Stress und Doppelbelastung durch Haushalt und Kindererziehung bewältigt werden müssen, scheint der nicht anzutastende Preis dafür zu sein, nicht nur zwischen anstrengender Lohnarbeit und stupider Hausarbeit wählen zu wollen.

Gleichwohl lohnarbeiten nach wie vor zahllose Frauen in Bereichen, die anstrengend, gesundheitsgefährdend, schmutzig sind. Meistens, weil ihnen nichts anderes übrig bleibt. Dass Männer, die sich als Frau fühlen, sich da doch lieber einen Quotenplatz in einem attraktiven Berufsbereich schnappen, darf man eventuell als männlichen Pragmatismus werten, von dem wir Frauen etwas lernen können. Stolz zu verzichten, weil man „keine Quotenfrau“ sein will, heißt nicht selten, ganz und gar zu verzichten. In der Erwerbslosigkeit inklusive aller Schikanen der Ämter hilft einer der Hochmut wenig.

Es gibt zahllose weitere Beispiele von Situationen, in denen Männern ihr Sich-als-Frau-Fühlen vermutlich hinten anstellen würden, weil das mehr Einschränkungen mit sich brächte, als die Füße in Übergröße-High Heels zu zwängen und damit durch die Gegend zu staksen.

Dennoch heißen Frauen aus dem Queerfeministen-Lager diese gefühlten Frauen willkommen, die nach und nach ihre Plätze einnehmen, sei es, dass sie auf Veranstaltungen wie Frauen-Tag-Demos vor die Kameras und Mikros treten, um für „alle Frauen“ zu sprechen, sei es, dass sie verlangen, das Sprechen über Frauen und das Sprechen über Gewalt gegen Frauen abzuschaffen, weil es sie diskriminiere, sei es, dass sie verlangen, die Bezeichnung Frau abzuschaffen (außer für sich selbst), weil es keine Frauen gäbe (außer Männer, die sich als Frau fühlen).

Profi-Sport

Interessant ist diesbezüglich der Profisport, wo Männer, die sich als Frauen fühlen, aufgrund ihres Körperbaus bzw. Muskelaufbaus im Vorteil wären, würden sie gegen Frauen antreten. Im Spätsommer 2020 entspann sich darüber eine Diskussion in den Medien, die Süddeutsche Zeitung titelte: Wo der Sport ratlos ist

Nur der Sport? Als sei es nicht völlig logisch, dass man im Alltag ständig vor „Herausforderungen“ steht, lässt man sich bis zur letzten Konsequenz auf die Queer-Logik ein. Zumindest im Rugby-Weltverband fand man kurz darauf zurück zur Realität. Konkret ging es um einen Herrn namens Caroline Layt, der 20 Jahre mit seinesgleichen Rugby gespielt hatte und dann seine Liebe für den Frauensport entdeckte – und zwar für den aktiven Frauensport. Dass Männer in Frauenrugby-Mannschaften antreten dürfen, will der Weltverband ab sofort verbieten. Wir dürfen gespannt sein, ob er sich durchsetzen kann. 1

Muslimischstämmige Schwestern

Wer nun meint, die Queer-Theory sei eine Disziplin, im Rahmen derer Feministinnen der Dritten Welle lediglich sich selbst bzw. ihre Schwestern aus westlich sozialisierten Ländern freiwillig in die zweite Reihe hinter Männer stellen oder aber ganz wegdefinieren, dem sei gesagt, dass dem nicht so ist.

Perfide ist, dass Queerfeministinnen den Rückschritt für alle Frauen rund um den Erdball fordern und islamistische Bestrebungen im Westen auch gegen den Willen von emanzipierten Musliminnen als schützens- und förderungswertes Kulturgut betrachten. Damit sind sie auf der Linie der Bundesregierung. Auf geduldete und geförderte islamistische Initiativen und Personen komme ich detaillierter in einem späteren Kapitel zu sprechen.

Der mit der Queer-Theory vergesellschaftete Kulturrelativismus ist eine Komplizenschaft zwischen Queerfemistinnen und unterdrückenden Männern archaischer Systeme. Das Einschränken, Steinigen und Verstümmeln von Frauen wird als kulturell bedingt gehandelt und ist deshalb zu achten, will man sich nicht dem Rassismusvorwurf aussetzen. So mag es nicht verwundern, dass auf einem der zahlreichen Twitter Accounts eines bekannten iranischen geistlichen Oberhauptes und Frauenmörders mit Gendersternchen kommuniziert werden.

Ajatollah Khamenei

@de_Khamenei

20. Dez. 2020

Krankenschwestern sind Engel der Barmherzigkeit für die Patienten. Das ist eine wahre Metapher und gar keine Übertreibung. Krankenpfleger*innen kümmern sich sowohl um den Leib als auch um die Seele des Patienten. Pflegekräfte beruhigen, streicheln und trösten den Kranken.

Quelle: Twitter-Account Ajatollah Khamenei, Tweed vom 20. Dezember 2020 2

Dies richtet sich an die Follower in Deutschland. Für osteuropäische und englischsprachige Follower gibt es jeweils weitere Accounts unter dem User-Namen Ajatollah Khamenei, die vermutlich sämtlich von seinen Getreuen in den betreffenden Ländern betwittert werden. Die Despoten dieser Welt beschäftigen heutzutage Social-Media-BeraterInnen. Um die eigene schmutzige Agenda durchzudrücken, scheint man sich auf freiheits- und demokratie-müde westliche Frauen einzustellen, die natürlich für das eigene religiöse (laut Queerfeminismus zu achtende) Empfinden viel zu viele Rechte genießen, weshalb man sie, lebten sie im eigenen Land, einsperren, auspeitschen oder steinigen würde. Aber als nützliche Idiotinnen scheinen sie allemal gut genug zu sein. Dass in vielen muslimisch geprägten Ländern soziale Netzwerke zeitweise oder dauernd abgestellt sind, dürfte bekannt sein. Im Iran ist Twitter nicht gesperrt, die Abschaltung wird von den Regierenden jedoch immer wieder gefordert.

Ex-Präsident Hassan Rouhani, der im Westen als gemäßigt gehandelt wird, unter dem aber dennoch RegimegegnerInnen, Frauen und Homosexuelle verhaftet oder gar gehängt wurden, unterhielt ebenfalls Twitter-Accounts3, einen in der Landessprache, einen auf Englisch. Auf Letztem wurde Propaganda betrieben, der Iran als ein demokratisches Land dargestellt.

Westliche PolitikerInnen scheinen die Selbstdarstellung des Irans als Demokratie allerdings für bare Münze zu nehmen. Anders ist es nicht zu erklären, dass am 20. April 2021 der Iran in die UN Frauenrechtskommission gewählt wurde.4 Laut United Nations Watch haben vier westliche Länder für den Iran gestimmt. Die Abstimmung war geheim, auch Deutschland hat teilgenommen. Ob Deutschland mit Ja oder Nein gestimmt hat, ist bislang (Ende Mai 2021) nicht bekannt. Um das zu klären, hatten „Frauen für Freiheit“5, eine emanzipatorische Initiative von Frauen mit und ohne muslimischem Migrationshintergrund, am 3. Mai 2021 einen offenen Brief an Heiko Maas geschrieben. Er möge Deutschlands Stimmverhalten in diesem Fall öffentlich machen.

In Österreich hatte die Abgeordnete Henrike Brandstötter6 eine parlamentarische Anfrage bezüglich Österreichs Abstimmungsverhalten gestellt. Bislang ohne Antwort.

Der Niederländische Sozialwissenschaftler Ruud Koopmans7, der zu Integration und Assimilation von MigrantInnen forscht, weist immer wieder und zuletzt im April 2021 bei der Online-Veranstaltungsreihe des Rosa Salon „Gesichter des Politischen Islam“ darauf hin, dass sich inzwischen parallel zum Islamismus in muslimisch geprägten Ländern ein europäischer Islamismus herausgebildet habe. Laut Koopmans ist es nicht der Islamismus der Bombengürtel und Attentate, sondern der des Marsches durch die Institutionen plus westlicher Kooperation: IslamistInnen an westlichen Universitäten, die ihre Thesen verbreiten dürfen und dafür sorgen, dass Kritik als „Islamophobie“ oder „antimuslimischer Rassismus“ gelabelt werde.

Koopmans spricht sich für etwas aus, das selbstverständlich sein sollte, nämlich im Westen Auslandsfinanzierung durch diktatorische Regime zu verbieten, IslamistInnen und ihre Projekte nicht mehr zu subventionieren sowie IslamistInnen nicht mehr in Gremien einzuladen. Davon ist man aktuell beispielsweise in Deutschland weit entfernt. Die Politik subventioniert und Queerfeministinnen liefern die ideologische Begleitmusik.

Ein Positionspapier der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag8 lässt darauf schließen, dass einigen deutschen PolitikerInnen das Problem zumindest bekannt ist. So heißt es im Entwurf vom 15. April 2021 unter dem Titel

„Die freiheitliche Gesellschaft bewahren, den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern, den Politischen Islamismus bekämpfen“

u. a.:

[…] Wenn in einigen deutschen Moscheen der Märtyrertod gepriesen wird, wenn sich in Berlin, Hamburg und Frankfurt Islamisten treffen, um gegen die Meinungs- und Pressefreiheit zu demonstrieren und damit Solidarität mit dem Mörder des Lehrers Paty bekunden, wenn Kinder an Berliner Schulen diesen Mord mit der Bemerkung abtun, der Lehrer habe bekommen, was er verdiene, dann können wir das nicht hinnehmen. Dazu gehört auch, offen und klar zu benennen, dass die Verbreitung von islamistisch gefärbtem Nationalismus, Hetze gegen Christen und Juden, das Bestreiten des Existenzrechts Israels und Kriegsverherrlichung schon länger zum traurigen Alltag in Deutschland gehören. Hinzu kommen Fälle von zunehmendem unmittelbarem Einfluss ausländischer Regierungen auf Muslime in unserem Land, zum Teil unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit […]

[…] Dieser Politische Islamismus, der vordergründig gewaltfrei agiert, aber Hass, Het

1Trangender und Sport am Beispiel von Rugby

https://www.sueddeutsche.de/sport/rugby-transgender-1.5022035 (30.4.2021

https://www.sbs.com.au/news/why-transgender-participation-in-australian-rugby-matters

2https://twitter.com/de_Khamenei/status/1340631378673733634 (1.5.2021)

3Hassan Rouhani bei Twitter https://twitter.com/hassanrouhani?lang=de (1.5.2021)

4Iran wurde in ein Gremium für Frauenrechte gewählt https://www.un.org/press/en/2021/ecosoc7040.doc.htm (1.5.2021)

5Die Initiative Frauen für Freiheit möchte wissen, wie Deutschland gestimmt hat https://frauenfuerfreiheit.de/Aktuelles-90897.html (1.5.2021)

6 Die Abgeordnete Henrike Brandstötter möchte wissen, wie Österreich gestimmt hat https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVII/J/J_06479/index.shtml?fbclid=IwAR3uNYrLxzwC-RWpsGHYRYHJ5pPml3cW-gJeWEdnv-m97yOCk-9RUuqWdXM (1.5.2021)

7Ruud Koopmann zum Marsch von IslamistInnen durch die Institutionen

Veranstaltung des Rosa Salon online am 20. April 2021: Politischer Islam: Verdrängung an die Peripherie? Mitschnitt: https://www.youtube.com/watch?v=3q5NmIR1fLI (30.4.2021)

8Positionspapier der CDU zum politischen Islam

https://www.christophdevries.de/wp-content/uploads/2021/04/PP-Politischer-Islamismus_neu.pdf?fbclid=IwAR24xdLkQARx4

XUocEUXRkzEr_7-jKag7RdSHAiOh1_nAZqIAzpoq2VyVJA (30.4.2021)

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Deutschland klassisch



Am Morgen des 11. Januars ging auf telegram die Meldung um, dass eine betagte Jüdin in die Psychiatrie eingeliefert und zuvor zwangsgespritzt werden sollte. Zwangsgespritzt deshalb, weil sie das Präparat, seit 2021 umgangssprachlich als Corona-Impfung bezeichnet, abgelehnt habe. Ihre Betreuerin habe aber entschieden, dass gespritzt werden solle. Das Amtsgericht Stuttgart habe dem zugestimmt.

Eine telegram-Posse, so makaber wie geschmacklos, dachte ich zunächst. Obwohl sich seit drei Jahren sämtliche Maßstäbe verschoben haben und mir das vollkommen bewusst ist, konnte ich nicht glauben, was ich las. Oder wollte es nicht.

Die alte Dame sollte am Morgen von zuhause abgeholt werden, laut Bericht kamen auch tatsächlich zwei Polizisten und ein Schlosser. Mir stockte beim Lesen für einen Moment dann doch der Atem. Die letzte und logische Konsequenz dieses Medikamentenversuchs – Menschen mit Polizeigewalt zum Spritzen abholen – wäre dies. Im vorliegenden Fall allerdings hätte jemand der Frau geholfen zu fliehen, sie war nämlich nicht mehr da. Ich klickte telegram weg und trotzdem spukte die Geschichte mir weiter durch den Kopf. Warum nicht Realität? Der deutsche Blutrausch ist doch lediglich und mit viel Sorgfalt zugedeckt, unter mit kitschig bunten Parolen bedruckten Lumpen.

Die Meldung über die gerichtlich angeordnete Zwangseinweisung in die Psychiatrie und vorherige zweifache Zwangsimpfung im Abstand von zwei Wochen der Pianistin Inna Zhvanetskaya, Shoa-Überlebende, geb. am 20. Januar 1937, stellte sich am Abend des 11. Januars als wahr heraus, was ich bis zum letzten Moment nicht glauben wollte.

Ich bin derart fassungslos, dass ich mir seit Stunden Entschuldigungen für die Täter zurechtlege. Ich bin nicht in der Lage zur Kenntnis zu nehmen, dass in Deutschland wieder Menschen abgeholt und zu Medikamentenversuchen gezwungen werden. So sage ich mir, um mich zu beruhigen, dass Richterin und Betreuerin schlichtweg so einfältig sind, zu glauben, dass das experimentelle Medikament eine wirksame Impfung sei. Aber wie dumm müssen sie dann sein? Selbst auf offiziellen Seiten räumt man seit Monaten endlich ein, dass das Präparat weder vor Ansteckung noch vor Krankheit noch vor Weitergabe schütze. Zudem, dass die aktuellen Varianten kaum mehr Menschen ins Krankenhaus brächten. Auch über die Gefahren des Präparats wird inzwischen berichtet. Darf eine Betreuerin, die intellektuell nicht in der Lage ist, sich zu informieren bzw. nicht in der Lage ist, Informationen zu verarbeiten und somit ihre Betreuten gefährdet, überhaupt diesen Beruf ausüben? Und was ist mit der Richterin? 

Oder wollen beide nicht wahrhaben, dass man sie und Millionen weitere Menschen betrogen hat und spielen sie das Spiel nun einfach weiter, bis es nicht mehr geht? 

Als wahr hat sich ebenfalls herausgestellt, dass Aktivisten Inna Zhvanetskaya in Sicherheit gebracht haben, am 11. Januar vor sieben Uhr, also bevor Polizei und Schlosser anrückten, um die Frau abzuholen. Genaues und wie es jetzt weitergeht wird sich zeigen. Das Amtsgericht Stuttgart möchte laut telefonischer Auskunft keine Pressemitteilung herausgeben. Ich möchte nicht weiter spekulieren.  

Eines ist sicher: Etwas wie die Shoa wird in Deutschland nicht mehr geschehen, das ist mir soeben wieder klar geworden. Aber es wird nicht etwa deshalb nicht mehr geschehen, weil der Großteil der Menschen gelernt hat, sondern deshalb, weil eine Minderheit der Menschen aufpasst. Und das ist ebenfalls eine gute Nachricht.

Dass ein „Beauftragter gegen Antisemitismus jetzt über „Verschwörungsmythen“ lamentiert und zur Besonnenheit aufruft ist an Widerwärtigkeit nicht zu überbieten. Nicht er oder einer der zahllosen vollalimentierten Nie-Wieder-Sesselfurzer haben die Frau in Sicherheit gebracht, sondern nach momentanem Stand der Dinge erledigten dies couragierte Menschen aus zivilem Ungehorsam.

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Anlässlich

Onkel Rudolf bewohnt sein zweistöckiges Haus allein, er beschäftigt eine Haushälterin und einen Gärtner und einen Fahrer. Sein Weinkeller ist gefüllt. Seine Garderobe, bestehend aus bodenlangen Nerzmänteln, Maßanzügen, Goldketten und Ohrringen wird nicht kommentiert. Die Familie befürchtet etwas. Das Umfeld ist zum Glück ahnungslos. Meint man.

Am 23. Dezember wird morgens der Tannenbaum geliefert.

Haushälterin Frau Ilse, Kriegswitwe ohne familiären Anhang, wird eingeweiht, dass man einen Juden zu Gast haben wird.

Frau Ilse hatte schon mal gehört, dass es im Krieg Zerwürfnisse zwischen den Juden und den Deutschen gegeben hatte. Ihr ist es im Krieg auch nicht gut ergangen, aber sie hörte, das Leiden der Juden wäre schlimmer gewesen als das Leiden der Deutschen. So wird es vermutlich seine Ordnung haben, dass ein Jude zum Heiligen Abend eingeladen wird. Der gnädige Herr weiß, was er tut. Frau Ilse erklärt sich bereit, am kommenden Abend zum Dienst zu erscheinen. Sie käme gern, bekräftigt sie. Was der Wahrheit entspricht, allein zu Hause würde sie trübsinnig werden.

Frau Ilse sei ja bestimmt im Bilde, was sich neuerdings in Bezug auf Juden gehöre, vergewissert sich der Hausherr noch.

Frau Ilse nickt. Sie wird den Juden behandeln wie jeden Gast im Haus.

Als das geklärt ist fällt Rudolf ein, dass er sich für den Heiligen Abend noch nicht bei seiner Schwester abgemeldet hat. Wird sofort nachgeholt. Über die Gründe für seine Absage will er schweigen, auch darüber, dass er selbst ein Fest ausrichten wird. Grete wird ihn nicht vermissen. Wird nicht mal nachhaken.

Grete hakt nach. Weil eine Familie zusammenhalten müsse. Es heißt weiter von ihr, warum er denn um Gottes Willen nicht kommen wolle, und von ihm heißt es, er habe seine Gründe. Dann legt er auf. Hatte vorher nicht darüber nachgedacht, wie er seine Gründe darlegen könnte, denn mit einer Nachfrage war nicht zu rechnen gewesen. Also legt er auf. Nimmt den Hörer noch mal ab, legt wieder auf. Ohne sich zu fragen, ob die Schwester das kränken könnte. Rudel kränkt seine Mitmenschen normalerweise nicht. Er ist, wenn irgend möglich, freundlich. Man soll ihn gut leiden können. Aber heute beschäftigt es ihn nicht, ob seine Schwester ihm zürnt. Nein, es ist ihm sogar einerlei. Soll sie doch. Er legt auf. Fühlt sich trotzdem gut. Oder fühlt sich gerade deshalb gut. Er wird dem Juden einen wunderbaren Weihnachtsabend bereiten. Rudel spürt Tatendrang. Er lässt die Schwester sein, ruft Frau Ilse herbei. „Morgen ist Weihnachten, wir haben zu tun!“

Weiterlesen

https://www.marta-press.de/themen/nationalsozialismus/91/doch-auserwaehlt

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Nicht verpassen!

Sonntag, 13. November, 16 -18 Uhr, Speiches Blueskneipe, Berlin Prenzlauer Berg oder über rockradio.de

Im Rahmen der monatlichen Kneipentalkshow Der Bedingungslose Nachmittag

wird Irene Kosok zu Gast sein.

Irene Kosok ist Innenarchitektin und Mitautorin des Buchs „Zugzwänge – Flucht und Verlangen“ (Querverlag 2020), das sich mit weiblichen und homosexuellen Geflüchteten beschäftigt, die in deutschen Unterkünften nicht selten wieder ihren Peinigern ausgeliefert sind.

Kosok engagiert sich zudem ehrenamtlich für geflüchtete Frauen. Wie der aktuelle Stand der Dinge ist wird sie bei uns berichten.

Sonntag, 11. Dezember, 16 -18 Uhr, Speiches Blueskneipe oder über rockradio.de

Zu Gast wird Katayun Pirdawari sein, die mit 14 Jahren aus dem Iran nach Deutschland kam. Sie studierte Iranistik, Politologie und Erziehungswissenschaften.

Am 11. Dezember spricht sie bei uns über iranische Frauen (um die es auch in ihrer Magisterarbeit ging), über die Revolution im Jahre 1979 und über die aktuelle Situation im Iran. Gern könnt ihr Pirdawari Fragen zum Thema stellen.

Der Eintritt ist an beiden Tagen frei

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Lesung mit Musik

Begine – Treffpunkt und Kultur für Frauen

Potsdamer Straße 139

Berlin Schöneberg

Ladies only

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Que(e)rverbindungen

https://www.fembooks.de/Juliane-Beer-Queerverbindungen-Die-neue-Sehnsucht-nach-Gefuegigkeit

Im Jahr 1990 erschien im englischsprachigen Raum das Buch Gender Trouble: Feminism and the Subversion of Identity (Judith Butler: Gender Trouble. Feminism and the Subversion of Identity, Routledge: New York 1990), verfasst von der amerikanischen Philosophie-Professorin Judith Butler. In dem Buch geht es um Probleme der Zuschreibung von biologischem und sozialem Geschlecht.

Auch wenn viele Postulate nicht neu waren, beispielsweise die Frage, ob das soziale Geschlecht (Gender) angeboren oder anerzogen sei, schon bei der französischen Schriftstellerin und Philosophin Simone de Beauvoir gut 40 Jahre zuvor auftauchte (Simone de Beauvoir: Das andere Geschlecht. Sitte und Sexus der Frau, Reinbek: Rowohlt 1992), wurde mit Butlers Publikation der Grundstein des sogenannten Queerfeminismus gelegt, eine Melange aus Queer-Theory, Intersektionalität, Kulturrelativismus und Poststrukturalismus. Die queerfeministische Ideologie, konsequent zu Ende gedacht, hätte zur Folge, dass Männerrechte wieder fest in der ersten Reihe verankert wären, allerdings nicht mehr die Rechte des sogenannten alten weißen Mannes, sondern nunmehr die Rechte des muslimischen Mannes, die Rechte des Mannes, der unter einer Störung des Körperbildes leidet, die Rechte des anti-emanzipatorischen Mannes, der sich, von Queerfeministinnen protegiert, als Opfer der Intoleranz geriert.

Um die weitreichenden Folgen des Queerfeminismus aufzuzeigen, braucht man ihn allerdings nicht konsequent zu Ende zu denken. Schon heute zeichnet sich dort, wo die Verfechterinnen dieser anti-emanzipatorischen Bewegung Einfluss haben, ein deutlicher Rollback ab.

Der Queerfeminismus, Frauenbewegungen und einige Erläuterungen vorab

Der Queerfeminismus wird häufig auch als die dritte Welle der Frauenbewegung bezeichnet, was die Sache nicht trifft, denn die erste Welle (Beginn Mitte des 19. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts) und die zweite Welle (Beginn in den 1960er-Jahren) waren Frauenrechtsbewegungen, was der Queerfeminismus nicht ist. Im Gegenteil. Wie bereits erwähnt: Denkt man die Logik des Queerfeminismus konsequent zu Ende, ist von Frauenrechten nichts mehr übrig. Die queerfeministische Methode zielt darauf ab, Frauen unsichtbar und damit Frauenrechte überflüssig zu machen.

Wie sieht das im Alltag aus – international und bei uns in Deutschland?

Darum wird es in diesem Buch gehen.

Doch bevor es losgeht:

1. Was ist Intersektionalität?

2. Was ist Kulturrelativismus?

3. Was ist Poststrukturalismus?

4. Was kann man sich unter Problemen der Zuschreibung von biologischem und sozialem Geschlecht vorstellen?

5. Radikalfeministinnen, wer sind sie?

1. Intersektionalität

Kimberlé Williams Crenshaw, US-amerikanische Juristin und Professorin an der University of California sowie an der Columbia University, prägte den Begriff Intersektionalität in den 1990er-Jahren. Gemeint war die Verknüpfung verschiedener Formen der Diskriminierung, die sich summieren. Crenshaw arbeitete zu diesem Thema in Bezug auf afroamerikanische Frauen. So kann beispielsweise eine dunkelhäutige, lesbische Frau sowohl als Frau, als auch als dunkelhäutiger Mensch, als auch als dunkelhäutige Frau, als auch als Lebe diskriminiert werden und ist dadurch in verschiedenen Lebensbereichen, wie beispielsweise im Alltag oder im Lohnarbeitsbereich, von Diskriminierung betroffen oder bedroht.

Sich mit diesem Problem zu befassen, es öffentlich zu machen, die betroffenen Frauen zu unterstützen, zu stärken und mit ihnen gemeinsam dafür zu kämpfen, dass Diskriminierung nirgendwo Platz hat, war, ist und bleibt eine der Aufgaben von Frauenrechtlerinnen, denn Crenshaws Konzept war nicht neu. Bereits während der zweiten Welle der Frauenrechtsbewegung wurde über Mehrfachdiskriminierung diskutiert, wenn auch nicht lediglich in Bezug auf dunkelhäutige Frauen, sondern ebenso in Bezug auf behinderte Frauen, auf lesbische Frauen, auf alleinerziehende Frauen, also in Bezug auf alle Frauen, die nicht nur als Frau, sondern zudem aus weiteren Gründen unterdrückt werden oder davon bedroht sind.

Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass ich, wenn ich von Frauen schreibe, auch tatsächlich Frauen meine, und keine Männer, die sich als Frau fühlen, was selbstverständlich ihr gutes Recht ist, solange sie akzeptieren, was sie sind: Männer, die sich als Frauen fühlen – wie immer man dies definiert – und deshalb nicht dazu berechtigt sind, für Frauen zu sprechen, die, weil sie Frauen sind, auf Nachfrage in der Regel nicht beantworten können, wie man sich denn als Frau fühlt.

Im vorletzten Kapitel dieses Buches gehe ich auf das Männerthema Unbehagen am im Mutterleib zugewiesenen Körperein.

Jetzt aber zurück zum Thema Intersektionalität.

Nicht umsonst hat die zweite Welle der Frauenbewegung für Frauenräume gekämpft […]

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Offener Ateliergarten

Endlich mal wieder ein bisschen Frohsinn. Offener Ateliergarten, am 7. August ab 15 Uhr Bühnenprogramm:

Lesungen von Doris Bewernitz, Juliane Beer, Saga Burger und Lisa Zenner/Yvonne Fendel. Pantomine von Sylvia Barth.

Bauchanz von Nahema und ihren zwei Tänzerinnen. Gesang/Musik von Corinne Douarre mit Alix Dudel und Lizzy Libera.

Eintritt frei

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Die Sache mit den Kanarienvögeln

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