Offener Ateliergarten

Endlich mal wieder ein bisschen Frohsinn. Offener Ateliergarten, am 7. August ab 15 Uhr Bühnenprogramm:

Lesungen von Doris Bewernitz, Juliane Beer, Saga Burger und Lisa Zenner/Yvonne Fendel. Pantomine von Sylvia Barth.

Bauchanz von Nahema und ihren zwei Tänzerinnen. Gesang/Musik von Corinne Douarre mit Alix Dudel und Lizzy Libera.

Eintritt frei

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Info

Die Sache mit den Kanarienvögeln

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Info

… kann zu einem schmerzhaften Tod führen

aus: Arbeit kann zu einem langsamen und schmerzhaften Tod führen

http://www.schwarzdruck-laden.de/Juliane-Beer-Arbeit-kann-zu-einem-langsamen-und-schmerzhaften-Tod-fuehren

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Info

Januar 2022

Berlin Wedding, Galerie-Schaufenster

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Info

Nach wie vor aktuell

2021 (1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland) erschienen bei https://www.marta-press.de/

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Info

Die Linke und die Wählerschaft – da hilft nur noch ein Gebet

Bild: Forsa-Umfrage 11/2021


Bei der Bundestagswahl 2021 hat die Partei Die Linke miserabel abgeschnitten. Verwunderlich oder eben nicht verwunderlich ist das deshalb, weil gerade seit Anfang 2020 (Covid19) Pleiten kleiner und mittlerer Unternehmen und die Verarmung des Mittelstandes fortschreitet. WählerInnen aus dem linken Lager trauen der Partei Die LINKE allerdings im Bereich Wirtschaft und Sozialpolitik nichts (mehr) zu.
Interessant ist, dass ein Grund nicht nur in Deutschland ausgeklammert wird, geht es darum, die Partei Die LINKE bzw. eine linke Partei nicht zu wählen: Das Paktieren der Linken und der Partei Die LINKE mit emanzipationsfeindlichen Gruppierungen


Ich habe mich in Que(e)rverbindungen – Die neue Sehnsucht nach Gefügigkeit damit befasst.

[…]Da es sich bei der Zuneigung von Linken zu Islam und Queerfemistinnen und der Zuneigung von Queerfeministinnen zu Kulturrelativismus und Islam um keine deutsche Spezialität handelt, kann man konstatieren, dass die westliche Linke und ihre Medien den Kampf für Frauenrechte den Rechten überlassen möchten. Ob diese die richtigen AnsprechpartnerInnen für das Thema sind, ist die Frage. Darüber zu diskutieren, ist allerdings sinnlos, denn die Linke fühlt sich für emanzipationswillige Musliminnen offenbar ebenso wenig zuständig wie für deren westliche Unterstützerinnen.

In Frankreich sind die Konsequenzen bereits greifbar.1 Erklärte Rechtsaußen-Politikerinnen wie Marine Le Pen bekommen in einem Land, in dem inzwischen Bündnisse zwischen Linken und IslamistInnen bestehen, Zulauf. Und wenn ich von Bündnissen schreibe, meine ich offene Bündnisse. Im Sommer 2020 verbündete sich die gemeinsame Liste linker Parteien, Archipel citoyen, in der zweiten Runde der Kommunalwahlen in Toulouse mit der Muslimbruderschaft. Teile der französischen Linken sehen die Revolution darin, sich als „Islam-Linke/r“ zu outen. „Je suis un islamogauchiste parce que …“ – die Aufzählung der Gründe für linke Sehnsucht nach Rückschritt, Unfreiheit und Unterjochung lese man selbst im Internet nach.

Wen wundert es, dass Französinnen und Franzosen auch die Rechten nicht zu kurz kommen lassen wollen. Seit 2017 ist Marine Le Pen Abgeordnete der französischen Nationalversammlung. Vom Time Magazine wurde sie bereits zweimal, 2011 und 2015, zu einer der 100 einflussreichsten Personen der Welt ernannt.

Es ist eine Frage der Zeit, wann in Deutschland eine breitere Bevölkerungsschicht den Kampf gegen anti-emanzipatorische Umtriebe absurderweise ebenfalls nur noch Rechtsaußen-PolitikerInnen zutraut.


Die Linke einst


Die westliche Linke ist einst angetreten, um gegen Ungleichheit, Ausbeutung und Krieg und für Emanzipation zu kämpfen und um sich an die Seite der Unterdrückten zu stellen. Spätestens seit der Jahrtausendwende ist davon nicht mehr viel übrig. Das Spezialgebiet einer westlichen bzw. einer deutschen Linken ist heutzutage ein Konglomerat aus Islam-Appeasement, Poststrukturalismus, Queerfeminismus und Antiimperialismus.

Marx21, eine im Bundesvorstand der Partei Die LINKE vertretene trotzkistische Organisation und eines der Sammelbecken für emanzipations-müde ZeitgenossInnen, labelte bereits vor Jahren islamistisches Treiben als rebellisch, subversiv und revolutionär. Nach dem Motto „Mit den Islamisten manchmal, mit dem Staat niemals“ prangerte man zwar „die konterrevolutionäre Politik der Führung“ der sunnitisch-islamistischen Muslimbruderschaft an, rief aber dazu auf, die Jugend und andere Unzufriedene in der Muslimbruderschaft, die „ernsthaft für die Revolution“ seien, für den Kampf gegen Imperium und Kapital zu gewinnen. Dies geschah nicht etwa intern, sondern weltöffentlich im Internet bzw. in sozialen Netzwerken.2
Solcherlei Revolutionsgelüste einer reaktionären TrotzkistInnen-Sekte sind, ein wenig glatt gebügelt und vermeintlich entschärft, in linksliberale Alltagskultur hineingeschwappt und finden sich nicht nur im Event-Antirassismus des linken Bildungsbürgertums, sondern auch im Kunst- und Kulturbereich sowie an den Universitäten.

In Frankreich ist man wieder einen Schritt weiter. So sprach der Rassismus-Forscher Pierre-André Taguieff bereits 2002 von Islamo-Gauchiste und meinte die Verbrüderung von IslamistInnen und Linken. Es folgten Elisabeth Badinter, Frauenrechtlerin und Philosophin, sowie die Frauenrechtlerin und Autorin Caroline Fourest, die sich 2020 des Themas annahmen. Fourest schreibt in ihrem 2020 erschienenen Buch „Generation Beleidigt“ von Bündnissen zwischen IslamistInnen und Linken, die gemeinsam gegen Demokratie und Meinungsfreiheit vorgehen.3 Fourest selbst sei bereits Opfer solcher Attacken geworden. Weil sie die Burka kritisiert habe (ein tragbares Gefängnis, das Frauen u. a. körperliche Schäden aufgrund von Vitamin D-Mangel zufügt), sei eine Gruppe von über 50 sogenannten Islam-Linken auf einer Konferenz, wo auch sie sprach, erschienen, um die Veranstaltung massiv zu stören.

Kaum verwunderlich, dass die, für die die Linke oder auch die Partei DIE LINKE einst angetreten sind – Erwerbslose, LohnarbeiterInnen, besonders solche in prekärer Situation, und Menschen mit niedrigem Bildungsstand und schlechten Berufschancen – sich längst verabschiedet haben und jetzt ihre Hoffnung in RechtspopulistInnen setzen. In strukturschwachen Regionen, besonders in Ostdeutschland, punktet die AfD.
Und auch den Antirassismus hat die Partei Die LINKE auf lediglich eine Menschengruppe zugeschnitten, nämlich auf die „Kuscheltiere“ der linken QueerfeministInnen. Den Begriff Kuscheltiere der Linken prägte 2016 der israelisch-arabische Psychologe und Autor Ahmad Mansour, der seit Jahren fordert, MuslimInnen endlich ernst zu nehmen, statt sie wie entmündigte Kuscheltiere zu behandeln. Dass Ahmad Mansour vielen Linken und LINKEN unbequem ist und deshalb im besten Fall ignoriert, im schlimmsten Fall verunglimpft wird, dürfte nicht verwundern.
Geändert hat sich seither in der Agenda der Neuköllner LINKEN nichts. Da die LohnarbeiterInnen weggelaufen sind, erhofft man sich unter MuslimInnen vermutlich neue WählerInnen und verkennt, dass die, die man hofiert, zu konservativ sind, um die Partei Die LINKE zu wählen und diese lediglich als Zusammenschluss nützlicher IdiotInnen schätzt, und die MuslimInnen, die an Freiheit und Emanzipation interessiert sind, die LINKE nicht wählen, weil die mit ihren UnterdrückerInnen kooperieren.


Die Linke im Wahlkampfmodus

Im Herbst 2021 ist Bundestagswahl. Obwohl die Linke trotz der Auswirkungen des Corona-Lockdowns für Nicht-Begüterte, als da z. B. wären Pleitewellen von KleinunternehmerInnen und steigende Kinderarmut, in Umfragen irgendwo bei 7 % herumdümpelt, hat sie allem Anschein nach noch nicht aufgegeben. Im Bundesvorstand der Partei Die LINKE verwendet man nicht etwa all seine Energie in das Ausarbeiten von Programmen, die Menschen ohne Vermögenswerte, z. B. durch den Corona-Dauerlockdown geschädigten KleinunternehmerInnen, zugutekommen, sondern pocht per dauernder Presseerklärungen darauf, GenossInnen mit Migrationshintergrund per Quote zu bevorzugen.4 Was das bedeutet, ist klar. Es bedeutet nichts anderes, als dass Menschen einzig und allein auf ihre Herkunft reduziert werden, als seien MigrantInnen eine homogene Gruppe. Menschen mit Migrationshintergrund, die sich als ganz normale Deutsche definieren, als solche wahrgenommen werden wollen und ihre Fähigkeiten und nicht ihre Herkunft in den Vordergrund stellen, erreicht man mit solchen Machenschaften ganz sicher nicht, denn sie fühlen sich zu Recht entmündigt bzw. sehen ihre Fähigkeiten und Talente entwertet. Auch erreicht man emanzipierte MigrantInnen ganz sicher nicht dadurch, dass man, wie vom Berliner Landesvorstand der Partei Die LINKE betrieben, die „Zusammenarbeit mit migrantischen Vereinen“ oder Nutzung „migrantischer Räume“, pauschal hochhält, ungeachtet dessen, dass diese Vereine teilweise zweifelhafte, vom Verfassungsschutz beobachtete Moscheeverbände und vergleichbare Institutionen sind, von denen sich emanzipierte MuslimInnen nicht nur nicht vertreten, sondern auch verfolgt fühlen […]


Weiterlesen?

https://www.fembooks.de/Juliane-Beer-Queerverbindungen-Die-neue-Sehnsucht-nach-Gefuegigkeit


1Die Linke und die Muslimbruderschaft https://www.voltairenet.org/article210371.html

(2.5.2021)


2Marx21 und die Islamisten https://www.marx21.de/30-05-12-aegypten/ (2.5.2021)


3Fourest: Generation beleidigt https://www.fr.de/kultur/literatur/caroline-fourest-generation-beleidigt-sag-mir-welcher-herkunft-du-bist-und-ich-werde-dir-sagen-ob-du-reden-darfst-90250482.html (2.5.2021)


4MigratInnen in der Partei Die LINKE

https://dielinke.berlin/fileadmin/download/2020/1205/a19.pdf (2.5.2021)

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Info

Die Deutschen entdecken den Spaziergang wieder…

…und ich bin auf der Suche nach Nazis und Aluhüten

Im Herbst 2021 zeigt sich ein Phänomen im Land. Die Leute begehren auf. Und das ohne Erlaubnis und Bahnsteigkarte.

Da es seit gut zwei Jahren selbst innerhalb der Linken nicht mehr zum guten Ton gehört, gegen Regierungshandeln zu demonstrieren, zudem sowieso das Recht zu demonstrieren nur noch dann gewährt wird, wenn der Politik das jeweilige Anliegen beliebt, hat man sich hierzulande jetzt etwas ausgedacht. Vor dem Abendessen unternimmt man ab sofort einen gepflegten Spaziergang.

Und wenn man schon einmal an der frischen Luft ist und dort andere Menschen trifft, die ebenfalls nicht mehr bereit sind, regierungsverordnete Spaltung und Hetze ins Werk zu setzen oder widersprüchliche Berichterstattung und willkürliche Maßnahmen, die keinen Sinn ergeben, zumindest nicht den, die Verbreitung von Corona einzudämmen, duldsam hinzunehmen, spaziert man eben gemeinsam durchs Revier.

Im Osten des Landes ging es los, der Westen hat sich ein gutes Beispiel genommen und zog nach.

Die Politik ist alarmiert. Medien, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, den Corona- Regierungskurs “positiv berichtend zu unterstützen“* eilen zu Hilfe. Sie klären auf, wer genau da spazieren geht. Es seien Rechte, Nazis, VerschwörungstheoretikerInnen und EsoterikerInnen, kurz Schwurbel-Volk, also Leute, mit denen Sie doch bestimmt nicht auf der Straße gesehen werden wollen, oder?

Nun muss man weder rechtsradikalem Gedankengut anhängen noch an Elfen und Engel glauben, um zu erkennen, dass in Sachen Demokratie und Gewaltenteilung in Deutschland irgend etwas nicht stimmt. Wenn der Präsident des Bundesverfassungsgerichts mit der Bundeskanzlerin zu Abend speist, um bei der Gelegenheit über Corona-Politik zu plaudern, müsste ein Aufschrei durch das Land gehen.

Der blieb aus.

Aufrufe von pensionierten (!) Staatsrechtlern, Grundrechte müssten auch während einer Pandemie gewahrt bleiben, wurden von den sogenannten meinungsbildenden Zeitungen hinter Bezahlschranken versteckt.

Man wollte schon verzweifeln, doch dann fingen die Leute an, spazieren zu gehen.

Nazis und Aluhüte?

Wie bereits erwähnt, in Ostdeutschland ging es los. Bekannte, die in der ehemaligen DDR groß geworden sind, argumentieren, man habe dort ein feineres Gespür für die momentane Situation. Es würden Erinnerungen wach werden.

Dem kann und will ich nicht widersprechen. Ich bin in liberalen Ländern zu liberalen Zeiten mit einem Vater, der weder streng noch herrisch war, groß geworden. Dass es etwas anderes als Demokratie geben kann weiß ich zwar verstandesmäßig, kann es aber aufgrund meiner Sozialisation gefühlsmäßig nicht erfassen.

Ich vermute, dass es denen, die ähnlich wie ich aufgewachsen sind, ebenso geht. Es ist ein seltsames Gefühl, das sich da einstellt. Man erlebt, wie nach und nach elementare Grundrechte entzogen werden, da Politik und mit ihnen die Medien in so wichtigen Fragen wie beispielsweise Intensivbettenbelegung oder Impfstatus schlichtweg lügen*, und will es dennoch nicht wahrhaben.

Kundgebung am 31. Dezember

Inzwischen ist aber auch bei mir, einst Kind der Freiheit, angekommen, dass etwas unternommen werden muss, wollen wir das, was uns bislang selbstverständlich war, zurück erlangen.

Mit Nazis und SchwurblerInnen, wer immer zur letzten Gruppe gehören mag, will ich mich in der Tat nicht gemein machen. Also beschloss ich, mir diese Spazierrunden zunächst einmal anzuschauen.

31. Dezember, 14 Uhr, Moritzplatz. Kreuzberg, einst Epizentrum des Protests.

Der Treffpunkt wurde kurzfristig, und zwar zwei Stunden zuvor, im Berlin-Demokanal auf Telegram bekannt gegeben. Man wollte verhindern, dass die Aktion verboten werden würde.

Die Polizei liest natürlich mit und stand um kurz vor zwei bereits mit mehren Mannschaftswagen bereit. Etwas verspätet, wie in Berlin üblich, trafen auch die SpaziergängerInnen ein. Es handelte sich, dem Kleidungsstil und der Haartracht nach zu urteilen, um Kreuzberger Publikum.

Als etwas mehr als 100 Leute beisammen waren lautete der Marschbefehl: Richtung Mitte.

Aber offenbar sind selbst KreuzbergerInnen nicht mehr so recht in Übung, denn man ließ sich kurzerhand von der Polizei einkesseln. Aus einem Mannschaftswagen wurde über Mikrofon verkündet, gestattet sei lediglich eine Kundgebung vor Ort. Mit Maske, sonst sei die Sause vorbei.

Einige alte Hasen, die sich noch dran erinnern konnten, wie man es macht, liefen dennoch los, wichen der Polizeisperre einfach aus, indem sie sich auf die Nebenstraßen verteilten. Wir anderen blieben brav am Platz. Eine Frau neben mir witzelte, wir seien halt alt und artig geworden. Ich gab ihr Recht, fügte aber hinzu, wir müssten genauer hinschauen, wie die Ostdeutschen es machten. Darauf konnten wir uns einigen.

Ein Musiker und ein Krankenpfleger, offenbar die Initiatoren, hatten Mikro und Lautsprecherbox dabei und organisierten spontan ein offenes Mikro am zugewiesenen Platz. Die Redebeiträge waren sämtlich hörenswert. Es sprach ein Notfallsanitäter über den Druck, sich impfen zu lassen und wies noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass das Präparat sich in der finalen Beobachtungsphase befände. Nur eben nicht an bezahlten Probanden, wie üblich, sondern an der Bevölkerung. International. Es wurde aus dem Arbeitsalltag berichtet. Fassungslosigkeit angesichts des hohen Verantwortungsbewusstseins dieser Leute auf der einen Seite und dem, was sie dafür über sich ergehen lassen sollten, auf der anderen Seite, machte sich breit. Zum Schluss es gab reichlich Applaus für den Mann.

Anschließend sprach ein Werbetexter mit Arbeitserfahrung in der Privat-Wirtschaft über Covid 19 und Biopolitik. (Biopolitik bzw. Biomacht zielt auf das Leben der Bevölkerung sowie auf den individuellen menschlichen Körper ab. Biomacht steht für ein Verständnis einer ambivalenten, nämlich einerseits fürsorglichen anderseits kontrollierenden Form der Machtausübung.)

Danach sprach eine Studentin über Zumutungen an der Uni, es folgte eine Krankenpflegerin, die ebenfalls über eine regelrechte Impf-Psychose am Arbeitsplatz berichtete. Und das bei einem Präparat, das weder vor Erkrankung noch vor Übertragung schütze und vor der neusten Variante sowieso nicht.

Eine aus zehn Leuten bestehende Gruppe „Geradedenker“, die von der Polizei auf die andere Straßenseite verwiesen worden war, versuchte zu stören. Einem Gewitzten unter ihnen gelang es schließlich doch, sich über den Damm zu schleichen und den laufenden Redebeitrag zu bereichern.

Zitat: “Alte, halt die Fresse!“ Zitat Ende.

Nun kann man die Wut von “Geradedenkern“ natürlich verstehen. Beteuerungen der Regierenden hinsichtlich “Impfstoff“ und Rückerstattung der Grundrechte bei Wohlverhalten erwiesen sich sämtlich als lauwarme Fürze.

Nicht verständlich ist hingegen, warum man als “Geradedenker“ nicht vor das Kanzleramt zieht, um dort herumzupöbeln. Weil man Angst hat, dass man mit einem weiteren Schwall Kokolores zum Schweigen gebracht wird? Möglich. Ohnmacht gehört vermutlich zu den schlimmsten Erfahrungen, die ein Mensch machen kann.

Der Störer kehrte zu seinen LeidensgenossInnen zurück.

Gegen 15 Uhr fuhr ein Protest-Korso am Moritzplatz vorbei, das bejubelt wurde. Auch in den Autos und auf den Motorrädern saß, der Aufmachung nach zu urteilen, das ganz normale Bürgertum.

Wo aber waren die Nazis und Aluhüte?

Am Montag darauf begab ich mich erneut auf die Suche nach ihnen und zwar im Bezirk Tegel am Treffpunkt Fußgängerzone nahe Tegeler Hafen. Hier lebt der gut situierte Mittelstand.

Nicht nur zu meinem Erstaunen fanden sich gegen 18 Uhr vor dem C&A-Kaufhaus nach und nach mehr als 300 Menschen ein. Viele Frauen mit Kindern und ältere Menschen, wie man sie im Sommer nachmittags in den Cafés der Fußgängerzone und am Hafen sieht. Einige wirkten, als würden sie zum ersten Mal in ihrem Leben demonstrieren. Friedlich setzte sich der Zug über die Berliner Straße Richtung Rathaus in Bewegung, unterwegs schlossen sich PassantInnen an. Gesprochen wurde untereinander über nicht nachvollziehbare Maßnahmen in Schulen und Kitas und immer wieder über das Impfen, womit jetzt auch die Jüngsten unter Druck gesetzt werden würden. Entgegen der Berichterstattung in den Medien forderte man sowohl hier als auch drei Tage zuvor in Kreuzberg das Selbstverständliche, nämlich eine freie Impfentscheidung und nicht ein Verbot der Impfung.

Auch in Tegel wurde ich in Sachen Nazis und Aluhüte nicht fündig.

Fazit

Die Politik wäre gut beraten, den Unmut der Bevölkerung zur Kenntnis zu nehmen und nach fast zwei Jahren endlich zu Recht und Demokratie zurückzufinden.

Allerdings gewinnt man mehr und mehr den Eindruck, dass sie das nicht mehr kann, zu viel Fragwürdiges ist vorgefallen. So ist die unheilvolle Lage entstanden, dass es nur noch darum geht, das Spiel so lange wie möglich am Laufen zu halten, um nicht zur Verantwortung gezogen zu werden. Wie lange das noch gut geht wird sich zeigen. Ewig sicher nicht, das liegt in der Natur der Sache. Immer mehr BürgerInnen finden Gefallen daran, vor dem Abendessen einen gepflegten Spaziergang zu unternehmen. Bleibt zu hoffen, dass die Menschen friedlich bleiben. Denen, die ich getroffen habe, traue ich auch weiterhin Vernunft und Besonnenheit zu. Aber auch, dass sie ab jetzt keine Ruhe mehr geben werden, bis sie das Selbstverständliche zurückerlangt haben.

Ihre Rechte.

https://www.nebelspalter.ch/geheimes-video-zeigt-ceo-marc-walder-zwang-alle-redaktionen-der-ringier-medien-weltweit-auf-regierungskurs

file:///C:/Users/49152/AppData/Local/Temp/Analyse_Leistungen_Ausgleichszahlungen_2020_Corona-Krise.pdf

https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/coronavirus/Inzidenz-in-Hamburg-Impfstatus-der-Infizierten-oft-unklar,coronazahlen1530.html

https://www.merkur.de/bayern/bayern-corona-markus-soeder-inzidenz-lgl-ungeimpft-geimpft-zahlen-impfen-appell-91158104.html

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Info

Der Privatomat wünscht angenehme Feiertage

Weihnachtsgruß 2021, gesehen im Berliner Bezirk Tegel

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Info

Dieses Jahr erschienen

Ein Grund zu Feiern? 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

https://www.marta-press.de/themen/nationalsozialismus/91/doch-auserwaehlt

Die queerfeministische Bewegung polarisiert. Menschen unterschiedlicher Herkunft und Haltung werden gegeneinander in Stellung gebracht… 

https://www.fembooks.de/Juliane-Beer-Queerverbindungen-Die-neue-Sehnsucht-nach-Gefuegigkeit

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Info

Que(e)rverbindungen

Im Jahr 1990 erschien im englischsprachigen Raum das Buch Gender Trouble: Feminism and the Subversion of Identity (Judith Butler: Gender Trouble. Feminism and the Subversion of Identity, Routledge: New York 1990), verfasst von der amerikanischen Philosophie-Professorin Judith Butler. In dem Buch geht es um Probleme der Zuschreibung von biologischem und sozialem Geschlecht.

Auch wenn viele Postulate nicht neu waren, beispielsweise die Frage, ob das soziale Geschlecht (Gender) angeboren oder anerzogen sei, schon bei der französischen Schriftstellerin und Philosophin Simone de Beauvoir gut 40 Jahre zuvor auftauchte (Simone de Beauvoir: Das andere Geschlecht. Sitte und Sexus der Frau, Reinbek: Rowohlt 1992), wurde mit Butlers Publikation der Grundstein des sogenannten Queerfeminismus gelegt, eine Melange aus Queer-Theory, Intersektionalität, Kulturrelativismus und Poststrukturalismus. Die queerfeministische Ideologie, konsequent zu Ende gedacht, hätte zur Folge, dass Männerrechte wieder fest in der ersten Reihe verankert wären, allerdings nicht mehr die Rechte des sogenannten alten weißen Mannes, sondern nunmehr die Rechte des muslimischen Mannes, die Rechte des Mannes, der unter einer Störung des Körperbildes leidet, die Rechte des anti-emanzipatorischen Mannes, der sich, von Queerfeministinnen protegiert, als Opfer der Intoleranz geriert.

Um die weitreichenden Folgen des Queerfeminismus aufzuzeigen, braucht man ihn allerdings nicht konsequent zu Ende zu denken. Schon heute zeichnet sich dort, wo die Verfechterinnen dieser anti-emanzipatorischen Bewegung Einfluss haben, ein deutlicher Rollback ab.

Der Queerfeminismus, Frauenbewegungen und einige Erläuterungen vorab

Der Queerfeminismus wird häufig auch als die dritte Welle der Frauenbewegung bezeichnet, was die Sache nicht trifft, denn die erste Welle (Beginn Mitte des 19. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts) und die zweite Welle (Beginn in den 1960er-Jahren) waren Frauenrechtsbewegungen, was der Queerfeminismus nicht ist. Im Gegenteil. Wie bereits erwähnt: Denkt man die Logik des Queerfeminismus konsequent zu Ende, ist von Frauenrechten nichts mehr übrig. Die queerfeministische Methode zielt darauf ab, Frauen unsichtbar und damit Frauenrechte überflüssig zu machen.

Wie sieht das im Alltag aus – international und bei uns in Deutschland?

Darum wird es in diesem Buch gehen.

https://www.fembooks.de/Juliane-Beer-Queerverbindungen-Die-neue-Sehnsucht-nach-Gefuegigkeit

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Info