Monatsarchiv: März 2011

Neukölln soll nicht schöner werden

Dass mittlerweile auch Neukölln von Zeitgenossen mit Geld & Sehnsucht nach ein wenig Frohsinn entdeckt wurde, ist bekannt. Aber jede Abenteuerlust hat ihre Grenzen. Wie man sich lästige Saugnäpfe vom Leibe schafft, zeigt dieser nützliche Ratgeber

http://esregnetkaviar.de/relaunch/videoabwertungskit.html

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Berliner Verband Deutscher Schriftsteller

Freitag, den 25. März 2011, ab 19.00 Uhr,
Bibliothek am Luisenbad,
Travemünder Str. 2 / Ecke Badstr., 13357 Berlin,
Es lesen: Juliane Beer, Ruth Fruchtman,
Petra Gabriel, Dorle Gelbhaar, Gunnar Kunz,
Birgit Ohlsen, Ilke S. Prick, Charlotte Worgitzky,
Barbara Ahrens
Moderation: Gunnar Kunz

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Krieg

Der Angriff der Koalition gegen Gaddafi zeigt bereits kurz nach Beginn der Bombardements die Eskalationsgefahren, vor denen nicht nur die Friedensbewegung gewarnt hat. Zivile Opfer in der libyschen Bevölkerung machen die Angriffe zu einer militärischen Intervention westlicher Staaten mit ungewissen Folgen für die Menschen in Libyen und der Gesamtregion. Der als humanitäre Mission begründete Angriff wird im Bündnis mit Autokraten aus der arabischen Liga geführt, die zuhause die eigene Bevölkerung unterdrücken – Gaddafis Genossen. Auch die westlichen Kriegsherren sind Gaddafi bis vor kurzem in den Arsch gekrochen. Ihre Motive haben möglicherweise wenig mit humanitärer Hilfe dafür viel mit Öl zu tun.

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Frau Paesch und der Adel

Vorgesetzter Kernmann meint, dass es dort, wo ein Wille sei, auch einen Weg gäbe. Das gelte nicht nur für die Kunden. Das gelte auch für die Belegschaft. Er fordert seine Mitarbeiter auf, sich ein Beispiel an Frau Paesch zu nehmen. Frau Paesch, die habe ihre Damen 44plus, die Problemgruppe, im Griff! Mittlerweile seien 30 von denen als Praktikantinnen in Betrieben untergebracht, und Frau Paesch hätte es erreicht, dass man den Betrieben nicht mal etwas dafür zahlen müsse. Schön, dass endlich systematisch etwas für Benachteiligte getan werde. Hervorragend, Frau Paesch!
Die soeben Gelobte schaut beschämt zu Boden. „Das läuft ja mittlerweile fast so gut, wie mit meinem Bataillon!“ Kernmanns Gesichtsausdruck ist unbestimmt.
Frau Paesch will ihm gar nicht den Rang ablaufen, sie weiß, dass man sich damit niemanden zum Freund macht, und jemanden wie Kernmann höchstens zum Feind. Nähme man ihm seine Wachschutztruppe, sein Lebenswerk – Kernmann wäre erledigt. Würde um sich beißen, wie ein angeschossenes Tier. Hätte bereits am nächsten Tag eine neue Methode erdacht, sämtliche Demütigungen seines irdischen Daseins an die Kunden weiterzureichen.
Also entscheidet Frau Paesch, dass Kernmanns Wachschutztruppe, bestehend aus zwanzig unbezahlten und zehn unterbezahlten Kriegern, die die Mitarbeiter vor den Kunden beschützen, die Vorzeigenummer im Amt bleiben kann.
„Hervorragend, Frau Paesch!“, ruft Kernmann gerade noch einmal. „Ihr Praktikumprojekt – vorbildlich!“
Die Kollegen fühlen sich veranlasst zu klatschen. Ihre Gesichter aber bleiben starr. Die Einzige, die sich traut, ihre Hände still zu halten, ist Gertrud.
„Wenn Sie jetzt noch mit unseren Faulpelzen fertig werden, mit unserem Neuköllner Adel, dann sind sie die Frau der Stunde!“, legt Kernmann noch mal nach.
Frau Paesch will gar nicht Frau der Stunde sein. Nicht unter diesen Umständen. Frau der Stunde zu sein wäre lediglich ehrenhaft, wenn ihr dieser Titel verliehen werden würde, weil sie unbezahlte Arbeit abgeschafft hätte. Für immer.
Im übrigen fragt sie sich wie üblich, warum Kernmann dem wahren Adel offenbar Faulheit zugesteht, den Neuköllner Menschen aber nicht.

http://www.edition-schwarzdruck.de/seiten_lyrikprosa/bwl16.html

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Gutt-bye

Die für heute angekündigten Soli-Veranstaltungen für
K.T. the doc Guttenberg fielen eher kläglich aus.
Trauriger Höhepunkt war der Auftritt von Enoch zu Guttenberg, Vater des eben Genannten.
Zeugen berichten Guttenberg Senior sei im Oberfränkischen auf ein Landwirtschaftsgefährt gestiegen und habe bezüglich der Verhöhnung seines Sohnes gerufen, dass es soetwas seit 1945 nicht mehr gegeben hätte. Dazu soll er eine Torte mit einem Marzipangesicht des Ministers a. D. und der Aufschrift
Wir stehen zu dir! in die Kamera gehalten haben.
Von einem Mann dieser `Bildungsschicht´ hatte man eigentlich ein wenig mehr Geschichtskenntnis erwartet.
Lustiger ging es in Hamburg und Berlin zu, wo sich zu den Guttenberg-Freunden Gegendemonstranten mit Pappnasen und anderem Spaßschmuck gesellten.
Und ab sofort kann man auch nachlesen, dass die Hochstaplerei von Anfang an Programm war.

http://jungle-world.com/artikel/2011/09/42749.html

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