Monatsarchiv: November 2010

Berliner Wasserverträge war gestern… jetzt macht man in Luft

Frau Paesch will die Angelegenheit jetzt ein für alle Mal beenden, um sich wieder in Ruhe um ihre wirklichen Kundinnen kümmern zu können. Sie fragt also, wie es denn mit einer schönen Ich-ag wäre.
Frau Dickman ist nicht grundsätzlich abgeneigt, gesteht jedoch, dass sie keine Geschäftsidee habe.
Dass sei auch nicht nötig, gibt Frau Paesch zu bedenken. Es gäbe so viele Möglichkeiten, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen, man müsse nur zugreifen, sonst greife jemand anderes zu. Wie es denn beispielsweise mit Luft wäre.
„Luft?“
„Luft! Mit Luft ist es nichts anderes als mit Wasser und Strom. Braucht jeder. Was liegt näher, als es jedem anzubieten. Angebot und Nachfrage!“, gibt Frau Paesch zu bedenken; ´Berliner Luftwerke´, rät sie. Denn spätestens nächstes Jahr, wenn die allgemeine Arbeitslosigkeit noch weiter angestiegen wäre, würde jemand diesen Geschäftszweig entdecken, da ist sich Frau Paesch sicher. Ein bisschen Eigenkapital sei allerdings schon nötig. Große Tanks und Reservoirs, um die Luft zu sammeln, Filteranlagen, um sie zu reinigen – ein wenig Service würden die Leute verlangen für ihr Geld – und schließlich Gebläse, um die reine Luft der Allgemeinheit wieder zu überlassen. „Dafür kann man schon eine ganz ordentliche monatliche Gebühr verlangen, was meinen Sie Frau Dickmann? Wollen Sie darüber mal nachdenken?“
Frau Dickmann wendet ein, dass die Luft aber doch allen gehöre; Frau Paesch entgegnet, dass ihr das klar sei, es sich mit Wasser, Strom und Gas ja nicht anders verhalten würde. „Vielleicht können Sie sich ein Startkapital leihen, sicher wird Ihnen für ein derart krisensicheres Geschäft auch eine Bank Geld zur Verfügung stellen!“
Frau Dickmann verspricht, darüber nachzudenken, verabschiedet sich und sieht zu, dass sie weg kommt.
Ab Dezember 2010 bei http://www.edition-schwarzdruck.de/

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