Monatsarchiv: Februar 2017

Warum ich den offenen Brief der Störenfriedas unterzeichnet habe

Im August letzten Jahres erschien die Flugschrift Vergewaltigung.  Die Autorin Mithu Sanyal fordert darin neue Definitionen. Opfer von Vergewaltigungen müssten nicht zwangsläufig als Opfer bezeichnet werden. Vielmehr seien sie doch auch „Erlebende“, wie die Autorin im Februar noch einmal  in einem Artikel in der taz nachlegte.

Sprache formt das Denken:

Bezeichne ich ein Opfer sexueller Gewalt als Erlebende entlaste ich vor allem den Täter, denn wo kein Opfer da kein (Gewalt)täter. Für ein ´Erlebnis´ braucht es keine zweite Person. Erleben kann man allein, für die Folgen kann man allein verantwortlich sein/verantwortlich gemacht werden.

Das ist ein Schlag ins Gesicht von Frauen, die Gewalt erlebt haben – ausgeübt von einem Gewaltäter. Mogelt man diesen durch Sprachakrobatik fort ist die Tat damit nicht ungeschehen gemacht.

Auch wenn ich zu den Glücklichen gehöre, die bislang nicht Opfer sexueller Gewalt wurden solidarisiere ich mich klipp und klar mit Gewaltopfern. Für diese muss Sanyals Flugschrift ein Schlag ins Gesicht sein. Darum habe ich den offenen Brief der Störenfriedas unterzeichnet, der bedauerlicherweise einen aggressiven Shitstorm gegen Sanyal auslöste.

Anders als jetzt von Sanyal dargestellt lag es selbstverständlich nicht in der Absicht der Störenfriedas, öffentliche Gewalttätigkeit gegen sie zu provozieren. Radikalfeministinnen rufen niemals zur Gewalt gegen Frauen auf, das liegt in der Natur der Sache.

Eine kritische und sachliche öffentliche Auseinandersetzung mit Sanyals Flugschrift wäre wünschenswert gewesen, blieb aber leider aus.

Zum offenen Brief

 

 

Advertisements

11 Kommentare

Eingeordnet unter Info

Unvermeidbare Beeinflussung

cover-krimi-beer-vorne-gross

Frau Kahane versteht nicht, warum das Wesen sich sein Abendessen nicht mehr holt seit jenem Tag, als der Butt zu Tode kam. Zunächst dachte sie, das Wesen sei nicht mehr da, aber das entlarvte sie als verrückten Gedanken: Wo sollte es denn sein? Es gehörte doch in dieses Haus.

Letzte Woche schließlich hatte sie es wieder gehört. Leiser als früher huschte es über ihr auf dem Dachboden umher. Ganz leise, sie musste sich sehr anstrengen, hört ja sowieso nicht mehr so gut. Es klang, als würde sich etwas oder jemand über ihr bewegen und dabei kaum den Boden berühren. Plötzlich ein Poltern, dann wieder Stille.

Den Abendbrotteller stellt Frau Kahane nach wie vor abends vor den Zugang zum Dachboden, aber das Wesen rührt ihn nicht mehr an, jeden Morgen um halb sechs holt Frau Kahane die unberührte Mahlzeit wieder herein.

Hat sie sich verhört? Ist das Wesen tatsächlich an einen anderen Ort umgezogen, wo auch immer der sein mag? Ja, möglicherweise ist es in der Lage, woanders weiter zu existieren, auch wenn das Frau Kahane nicht gefällt. Oder bildet sie sich das Gehusche nur noch ein, aus Gewohnheit sozusagen?

weiterlesen?

zum Beispiel hier bestellen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Info