Deutsche Oma macht die Sau(se)

409690_10151100526113516_261724447_n
Der WDR beklagt sich. Die Gesellschaft sei krank. Und der WDR sei Opfer dieser Erkrankung, die sich vorrangig darin äußere, Satire-Darbietungen des WDR nicht zu verstehen. Satire, eine Kunstform (für Nazienkel nicht immer gleich identifizierbar), die unter die Meinungsfreiheit fällt und laut WDR weh tun darf und soll.

Wem genau Satire weh tun darf oder soll und wem lieber nicht, dazu äußert sich der WDR nicht. Eventuell verständlich, man hat dort jetzt dringlicheres zu tun, nämlich seine MitarbeiterInnen vor rechtsradikalen Spaßbremsen in Sicherheit zu bringen. Zugegeben, wenn wütende Rechtsradikale vor der Tür stehen ist das nicht angenehm. Lieber wäre dem WDR vermutlich gewesen, statt Rechtsradikalen wären ein paar Omas aufmarschiert. Empörte alte Säue – da hätte man gleich noch eine zweite Satire hinterher reichen können, die so überaus mutig gewesen wäre wie die erste. So aber muss man beklagen, dass man unter der Gewaltherrschaft deutscher Oma, die nicht antastbar seien, leide.

Alles dumm gelaufen, dabei wollte man sich doch eigentlich nur ein bisschen beim Zeitgeist anschleimen, bei denen, die auf das Programm des WDR verzichten, weil sie nicht mal wissen, dass es den WDR überhaupt gibt. Denen wollte man zeigen, dass man da ist, Bescheid weiß, was geht, dass man mitredet und es wert ist, gemocht und „geliked“ zu werden.

Warum man für seinen Image-Song aber nicht die einschlägigen nationalen Blödelbarden engagierte, die, meinetwegen als Schulkinder verkleidet, ein Lied intonieren über all die unverfrorenen Omas, die rücksichtslos SUV fahren oder auf Kreuzfahrschiffe die Sause machen, bleibt ein Rätsel. Ebenso, wer diese Omas alias Umweltsäue sein sollen. Wären es die Omas der 10-jährige Kindern, die man für seine schleimige Anwanzerei missbrauchte, würde es sich um die Generation handeln, die heute zwischen Mitte 50 und Mitte 60 ist, also die, die einst, als „Ökos“ beschimpft, die bundesdeutsche Atomkraft- und Treibhausgemüse-Seligkeit störte und vom Auto aufs Fahrrad umstieg. Die kann der WDR eigentlich kaum meinen.
Wen dann? Eine Generation drüber, die älteren Frauen, die ihr Leben lang malocht und Kinder großgezogen haben und jetzt deutsche Städte von Plastikflaschen-Müll befreien – zum Selbstkostenpreis? Ist doch schließlich Satire-tauglich, wie ältere Frauen unermüdlich bis zur Schulter in öffentliche Abfalleimer tauchen.

Wir alle sind gemeint, wie manch eine/e VersöhnerIn jetzt durch die sozialen Netzwerke bläst.

Wir alle? Na, gut.
Aber warum bedient man sich dann nicht eines Stellvertreters, der zumindest ein bisschen häufiger als die Oma SUV fährt oder um die Welt jettet oder jeden Tag Nachschub für den Kebab-Spieß benötigt?

Versuchen wir es mal, setzten wir in ein X- Sau-Lied (das uns alle meint) statt der Oma den Homosexuellen oder Muslim ein. Oder den deutschen „Arbeitgeber“. Und behalten wir nach dem Geschrei der Nazienkel den Hinweis bei, man dürfe ja wohl noch ein bisschen Satire machen.
Na? Zum totlachen, wie?

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Info

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s