Das rote Neukölln – Kämpfe und Reformen

[…]Stimmengewirr um Sam herum. Irgendwo im U-Bahnzug scheint ein Wohnungsloser Zeitungen zu verkaufen. Als er in ihrer Nähe ist, reicht sie ihm zwei Euro.
„Wollen Sie dafür wirklich keine Zeitung haben? Oder Ihr Wechselgeld?“, fragt er Sam.
„Seien Sie doch mal so geschäftstüchtig wie all die, die nachts ruhig in ihren warmen Betten liegen“, antwortet sie. “Stecken Sie das Geld weg und verkaufen Sie die Zeitung noch einmal!“
Um sie herum Gekicher. Jetzt öffnen alle ihre Geldbörsen, die Münzen klimpern nur so im Hut des Verkäufers. Der kommt kaum mehr hinterher, sich zu bedanken, aber wie, mit Diener und allem drum und dran.
Sam ärgert sich immer über die Demut armer Menschen. Warum sagt nie einer: „Hier, Leute, das ist unsere Welt, mich hat es erwischt und demnächst könnt auch ihr dran sein! Ohne viel Vorankündigung, ganz schnell geht das!“ Aber nein, stattdessen werden all die dummen Gnade- und Dankbarkeitsfloskeln von den Zeitungstitelseiten nachgeplappert, hinter denen sich die Fahrgäste, die etwas abgeben sollen, verstecken[…]

18. Januar ab 18 Uhr

Das rote Neukölln – Kämpfe und Reformen 1918-1933

Ausstellungseröffnung

Lesung mit Juliane Beer aus: Berlin, 2012

Musik: Tom Dürner

Die LINKE Neukölln
in den neuen Räumen Wipperstraße 6
U & S-Bahn Neukölln
Eintritt frei

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Info

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s