Peinliche Themen

Gestern unterhielt ich mich mit J. über ein peinliches Thema.
J. liebt peinliche Themen. Ich eigentlich auch. Mit kleinen Einschränkungen. Zum Beispiel spiele ich ungern eine Hauptrolle in Beispielgeschichten, und wenn es schon sein muss, stehe ich ungern völlig angeschmiert da, sollte es zu einer Pointe kommen. Auch nicht so armselig, dass die Umwelt weinen muss. Ansonsten ist aber viel erlaubt.
J. schien enttäuscht, als ich mit der Sache raus kam. Nach meiner ellenlangen Vorrede hatte sie sich offenbar auf etwas gefreut, dass einem die Schamröte ins Gesicht trieb.
Aber das? Na, ja. Sie berichtete lahm, sie habe die selben Probleme gehabt.
„Hat doch fast jeder!“, behauptete sie dann auch noch. „Weg damit, geht schnell, tut nicht weh! Was machst du für ein Theater um die Sache? Du bist doch sonst nicht so dramatisch!“ Und so weiter.
Und während sie sprach, trank sie etwas, nahm nach jedem Satz einen Schluck Wasser oder Saft; betont lässig, in aller Ruhe, so gewöhnlich war das Thema.

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